Vitamin D Das Sonnenvitamin

Ausgabe03

 
Ausgabe 3, Dezember 2011-Februar 2012
„Es gilt als gesichert, dass fast alle chronischen Krankheiten durch einen Mangel an Vitamin D begünstigt werden“

 

Wir kennen es alle aus eigener Erfahrung: Sonne belebt, schenkt uns Energie und sorgt für gute Laune. Bei ausreichender Sonnenbestrahlung bildet unser Körper Vitamin D und das sorgt dafür, dass wir gesund  bleiben und weniger anfällig sind. Jetzt wurden bei einer Fachtagung an der Berliner Charité neue  Forschungsergebnisse über die Wirkung von Vitamin D und vor allem den Vitamin D-Mangel vorgestellt. Betont wurde von den Experten vor allem der Zusammenhang zwischen Sonne, UVStrahlen, Vitamin D und Gesundheit.

Vitamin D Mangel: Ernste Folgen für die Gesundheit

Es gilt als gesichert, dass fast alle chronischen Krankheiten wie Diabetes, Krebs, Bluthochdruck und Herz-Kreislauferkrankungen, Nervenerkrankungen, Autoimmunerkrankungen,Infektionskrankheiten und Allergien durch einen Mangel an Vitamin D begünstigt werden. Dieser verschärft häufig die Gesundheitsprobleme, die durch Defizite bei Ernährung und Bewegung entstanden sind.
Deshalb ist es gerade hier bei uns im Norden wichtig, mit verantwortungsvoller Sonnenbestrahlung vorzubeugen. Denn der Körper kann dieses lebenswichtige Vitamin selber bilden, wenn er täglich mindestens ½ Stunde Sonnenbestrahlung/Tageslicht ausgesetzt ist. Das fängt bereits im Babyalter an, aber bleibt in jedem Lebensalter wichtig, um damit Krankheiten vorzubeugen.


Freizeit im Freien verbringen

Unsere moderne Lebensweise verhindert oft besonders in den dunklen Wintermonaten die nötigeFotolia 32218889 XS Bewegung im Tageslicht.
Viele
Berufstätige fahren morgens im Dunkeln von Tiefgarage zu Tiefgarage, sitzen bis Feierabend weitgehend am Schreibtisch und fahren dann im Dunkeln wieder nach Hause, ohne einen Sonnenstrahl gesehen zu haben.Auch das Leben von Kindern und  Jugendlichen findet heute weitgehend in geschlossenen Räumen statt.
Computer und TV sind beliebte Freizeitbeschäftigungen, doch je
größer die Rolle der Unterhaltungselektronik wird, desto weniger Zeit ist für Aktivitäten im Freien.
Gesünder als Freizeitbeschäftigung innerhalb der eigenen 4 Wände ist es, wann immer die Sonne scheint, draußen ein paar  Schritte zu gehen und am Wochenende bei jedem Wetter Bewegung an der frischen Luft nachzuholen.

Mittagspausen lassen sich eigentlich immer mal wieder mit ein paar Minuten vor der Tür kombinieren, das ist kein Luxus, sondern wichtige Gesundheitsvorsorge.


Vitamin D bei Multipler Sklerose

Die entzündliche Nervenerkrankung Multiple Sklerose (MS) kommt wie kaum eine andere Krankheit hauptsächlich in unseren gemäßigten und nördlichen Breiten vor und nur relativ selten in den sonnenreichen Ländern des Südens.
Dies korreliert nicht nur
mit der Intensität der Sonneneinstrahlung,sondern auch mit dem Vitamin D-Gehalt im Blut. Mittlerweile haben aktuelle amerikanische, englische und französische Studien zweifelsfrei nachgewiesen, dass das Risiko,an MS zu erkranken, direkt mit dem Vitamin D-Gehalt des Blutes korreliert (75 – 100 nmol/l 25-Hydroxy-Vitamin D mit niedrigemund <50 nmol/l mit hohem MS-Risiko).
Viele
MS-Spezialisten empfehlen daher bei Menschen mit niedrigem Vitamin D-Spiegel eine regelmäßige Vitamin D-Substitution (zunächst 3000 Einheiten Vit. D pro Tag, dann 500 – 800 Einheiten als Erhaltungstherapie) zur Prävention.  Experimentelle Studien haben gezeigt, dass Vitamin D einen entzündungshemmenden Effekt hat, zum Beispiel auf die mononukleären Blutzellen, die bei der MS eine aktive Rolle spielen.

Ob dies eine Vitamin D-Therapie bei allen MS-Patienten rechtfertigt, ist nach dem derzeitigen Stand der Literatur noch nicht nachgewiesen, wird aber in entsprechenden Therapiestudien untersucht.

Laut zweier kleiner, nicht kontrollierter
Studien soll es bei der Therapie von MS die Schubrate um ca. 50% reduzieren. Bei der Prävention ist die zusätzliche Gabe von Vitamin D Tabletten nicht unbedingt der regelmäßigen Dosis Sonnenlicht vorzuziehen. Die körpereigene Vitamin-D-Produktion wird dabei auf natürlichem Wege angeregt. Ob der Effekt ausreicht, kann man anhand des Vitamin D-Spiegels im Blut kontrollieren.

Gabriela Teichmann, Prof. Dr. Heide
Foto: praefulgeo

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