Organspende kann Leben Retten

 

Ausgabe 4, März -Mai 2012
„4.000 Leben können jährlich durch Organspenden gerettet werden“

 

 

 

 

 

Dankbarkeit und Hochachtung

„donor“ – Spender, heißt eines ihrer stark farbigen Bilder. „Dr. House“ ein anderes, eine Collage mit Gummihandschuhen und Tupfern. Ohne die Organspende hätte die Mutter eines Teenagers nicht überlebt. „Und wir hätten ihr Sterben nicht überstanden“, sagt ihr Mann Jakob. Mehrfach waren ihre Bilder schon in dem Krankenhaus zu sehen, in dem ihr die Leber transplantiert wurde. „Das Malen war für mich auch eine Überlebenstherapie.“ Dankbarkeit und größte Hochachtung empfindet die 46jährige für ihren Retter oder ihre Retterin, und ein nicht genau zu definierendes anderes Gefühl. „Wenn Dir Dein eigenes Leben geschenkt wird, weil ein anderer nach seinem Tod Dir ein Teil von sich abgibt, das kannst Du nicht in Worte fassen. Das macht Dich jeden Tag achtsam und dankbar. Und mit meinen Bildern und dem Darüber-Sprechen will ich auch etwas weitergeben, Hoffnung und Erinnerung an einen mir unbekannten Menschen.“ Aber nicht jeder spricht so offen über das eigene Glück, das oft mit dem Tod eines anderen Menschen begann.

 

 

 

 

 

 

 

 

Gesetz schützt und regelt

Doch auch Lebende können mit Gewebespenden andere retten. Bekanntes Beispiel ist Peter Steinmeyer, der seiner erkrankten Frau eine Niere spendete. Die Niere ist vor der Leber das am häufigsten verpflanzte Organ. Auch Knochenmark kann man sich zur Rettung Dritter entnehmen lassen. „Zurzeit können Niere, Herz, Leber, Lunge, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm nach dem Tod gespendet werden. Diese Organe gehören zu den vermittlungspflichtigen Organen. Ihre Spende, Entnahme, Vermittlung und Übertragung unterliegt den Regelungen des deutschen Transplantationsgesetzes“, weist die Deutsche Stiftung Organtransplantation hin. Bevor einem ausgewiesenen Spender ein Organ entnommen werden darf, muss erst zweifelsfrei der Hirntod festgestellt werden. Für beide Formen der Organspende, die postmortale und die lebende, gibt es sehr strenge medizinische Regeln und rechtliche Grundlagen. In Deutschland regeln das oben genannte Transplantationsgesetz und bei einer Gewebespende (z. B. Knochenmark) das Gewebegesetz diese Vorgänge.

 Persönliche Entscheidung
                                                                                                                                                                                                                                        OrganspenderEtwa 4.000 Leben können jährlich durch Organspenden gerettet werden. 2011 ging jedoch nach Angaben des
Deutschen Ärzteblattes die Zahl der Organspender zurück: „Konnte 2010 noch 4.326 Menschen in den bundesweit rund 50 Transplantationszentren mit einer Transplantation geholfen werden, so waren es 2011 nur noch 4.054.“ Auch aus diesem Grund liegt der ersten Ausgabe von proGesundheit im Jahr 2012 ein Organspenderausweis bei.  Man muss sich, anders als bei Knochenmark, nicht in einer Spenderdatei aufführen lassen, Tests sind vorab nicht nötig, es reicht, den ausgefüllten Ausweis bei sich zu führen. Natürlich sollte man vorab mit seinen Angehörigen sprechen, denn sie sollten im Ernstfall Bescheid wissen. Und natürlich wird auch das Thema Organspende kontrovers diskutiert und bleibt stets der individuellen Entscheidung überlassen.  Als Sabine im Sommer ein Bild von sich mit Mann und Kind bei einer Radtour in den Bergen schickte, habe ich „meinen“ Ausweis ausgefüllt.

Andrea Hoffmann 

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