Gesund und Vital in jedem Alter

Ausgabe07

Ausgabe 7, November 2012 – Februar 2013

Altern ist eine Kunst, die wir alle irgendwann lernen müssen. Und doch hängen viele dem Traum von der ewigen Jugend nach. Längst ist das Alter ein Thema, über das man spricht. Zwar verrät man die eigenen Jahre mitunter nicht gern und es ist noch immer ein Ziel, möglichst lange für „jung“ zu gelten. Doch mit der Veränderung im Altersaufbau der Gesellschaft verändern sich auch die Sichtweisen.

 

 

In den vergangenen Jahren ist die Lebenserwartung der Menschen in Deutschland stetig gestiegen. Immer mehr Menschen leben immer länger. Prognosen rechnen damit, dass 2025 die Mehrheit der Bevölkerung über 50 Jahre alt sein wird. Die Zeiten, als man mit 50 froh den Seniorenteller im Restaurant bestellte oder sich mit 60 aufs „Altenteil“ zurückzog sind vorbei.

 

Ob als Interviewpartner voller Lebenserfahrung und Geschichte oder als freche Spaßvögel – wie etwa in der „Rentner Comedy Old Ass Bastards“ erobern Menschen weit jenseits des Rentenalters den Fernsehbildschirm. Und passend zur „Generation Golf“ der 1980er Jahre titelte die Süddeutsche jüngst „Generation Herbst“ und zeigte,
„warum es nicht schlimm sein muss, immer länger zu leben.“

 

„Trendsportart“ Gesundheit

 

Längeres Lebensalter hat natürlich mit Umweltbedingungen, der Abwesenheit von Krieg und weitestgehend von Seuchen, mit besserer Ernährung ebenso zu tun, wie mit Fitness und Vorsorge, mit einem gewachsenen Gesundheitsbewusstsein. Messen lassen kann man die eigene Lebenskraft, das „Lebensfeuer“, zum Beispiel im Kleinwalsertal.

 

Initiativen wie diese setzen bei der Generation an, die den Trend zu Fitness und Wellness, der in den 1970ern begann, voll mitgemacht haben. Symbol für den Aufbruch zu mehr Bewegung war die Olympiade in München 1972 und natürlich die Trimm-Dich Bewegung mit Fitti, dem Maskottchen mit Seitenscheitel. Heute gehören Sport und Bewegung sowie die Aufklärung über gesunde Ernährung und Hygiene ab dem Kindergarten zum Leben der Menschen. „Gesundheit“ ist fast schon so etwas wie eine „Trendsportart“.

 

Alter und Geschlecht

 

Jedes Lebensalter bringt seine eigenen Anforderungen und Besonderheiten in Sachen Gesundheit mit sich. Doch die Ausdifferenzierung der Gesundheitsspezialisten weist hier Schwerpunkte auf: Es gibt Kinder- und Frauenmediziner, aber einen „Männerarzt“ sucht man im Telefonbuch ebenso vergeblich, wie die „Seniorenärztin“. Zwar ist die Gerontologie die medizinische Fachkunde vom Alter, aber unter den niedergelassenen Ärzten findet man diesen Schwerpunkt noch eher selten. Da sind dann die Spezialisten von Herz-Kreislauf über Lunge, Nieren bis zum Haltungsapparat, der Internist oder gleich der Allgemeinmediziner gefragt.

 

Auch die Zahnmedizin nimmt sich bewusst des Themas einer alternden Gesellschaft an, denn in wenigen Jahren werden weit mehr Zahnprothesen als Zahnspangen gebraucht werden. Doch gleichzeitig passen Kieferorthopäden nun auch 60-jährigen Zahnspangen an, da Zahnerhaltung und gute Optik auch bei den „Silversurfern“ gefragt sind.
Männer-Gesundheitstage greifen ein Aufklärungsdefizit auf und versuchen, den Teil der Bevölkerung mit der niedrigeren Lebenserwartung (Männer sterben im Schnitt fünf Jahre früher als Frauen) besser mit Gesundheitsthemen in Kontakt zu bringen.

 

Jungbrunnen Lebenslust

 

Ja, das Älterwerden ist ein Gesundheits-
thema, von Kindheit an. Denn in der Kindheit und Jugend werden vielfältige Bahnen für ein gesundes und vitales Leben gelegt. Und Vitalität ist schließlich das Zauberwort.

Vitalität ist unabhängig von Aussehen oder realem Lebensalter. Der Prozess des Älterwerdens lässt sich nicht bremsen. Die Frage jedoch, wie man mit diesem Prozess umgeht, wird mit steigender Lebenserwartung stetig aktueller. Es gehe darum „viel Leben in die Jahre zu bringen und nicht nur viele Jahre ins Leben“ lautet ein vielzitierter Spruch, der
Vitalität, Neugier und lebendige Beweglichkeit als Jungbrunnen und Gesundheits-
vorsorge kennzeichnet.

   

Andrea Hoffmann & Gabriela Teichmann

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