Harninkontinenz ist behandelbar

sandra hartungGynäkologische Praxis Sandra Hartung ab Januar 2013 im neuen Gesundheitscentrum

Gynäkologin Sandra Hartung

Obwohl es fast alle Lebensbereiche beeinträchtigt, wird das Thema Blasenschwäche und unfreiwilliger Urinabgang sehr oft verschwiegen. Dabei ist der Leidensdruck beträchtlich. Von unwillkürlichem, unfreiwilligem Urinabgang sind ca. 50 % aller über 50-jährigen Frauen betroffen. Immer noch stellt dieses Krankheitsbild für viele Patientinnen ein Tabuthema dar.

 

 

Frauenärztin Sandra Hartung ist auf diesem Gebiet besonders sensibilisiert, sie hat viel Erfahrung als beratende Ärztin in ihrer Inkontinenzsprechstunde im AKH Celle sammeln können. In ihrer neuen Praxis im Gesundheitscentrum in der Sägemühlenstr. 5a stellt die Behandlung der Harninkontinenz neben den klassischen Bereichen der Gynäkologie (Vor- und Nachsorge bei Schwangerschaft und Geburt, Krebsvorsorge und Mädchensprechstunde) einen Hauptschwerpunkt des Leistungsspektrums dar.

 

proGesundheit: Gibt es unterschiedliche Arten von Harninkontinenz? Worin unterscheiden sie sich?

Gynäkologin Sandra Hartung: „Es wird zwischen der Stressinkontinenz und Drang-
inkontinenz unterschieden. Es kann also eine organische Ursache wie z. B. die Dehnung des Beckenbodens nach einer Spontangeburt vorliegen oder auch eine Überaktivität der Blasenmuskulatur (überaktive Blase) verbunden mit einem zunehmenden psychischen Druck der Grund sein. Bei der Stress-inkontinenz kommt zu Urinabgang beim Husten, Niesen, Treppensteigen oder beim Laufen. Die Harnröhre wird dann nicht mehr richtig verschlossen. Bei der Dranginkontinenz spürt man einen starken nicht zu unterdrückenden Harndrang, und die Betroffenen planen oft ihr Leben nach der Erreichbarkeit von Toiletten auf dem Weg.“

proGesundheit: Wie wird die Patientin, die mit einer „schwachen Blase“ zu Ihnen kommt, behandelt?

Gynäkologin Sandra Hartung: „Eine gründliche Untersuchung klärt ab, wo genau die Ursachen liegen, ob in der schwachen Beckenbodenmuskulatur, einer Schädigung des Bandapparates beispielsweise nach einer Geburt. Auch schwere körperliche Arbeit, Übergewicht oder chronische Bronchitis bei Raucherinnen können eine Belastung für die Beckenbodenmuskulatur sein. Ebenso kann eine Gebärmuttersenkung oder Scheidensenkung eine Stressinkontinenz auslösen. Dementsprechend gibt es nach der Diagnostik dann verschiedene Therapieformen von medikamentöser Behandlung wie z. B. einer lokalen Östrogentherapie während der Wechseljahre, über regelmäßiges Beckenbodentraining bis hin zur Operation.“

proGesundheit: Was passiert bei einer solchen Operation?

Gynäkologin Sandra Hartung: „Bei dieser Operation wird ein Bändchen um die untere Harnröhre gelegt. Erfahrungswerte zeigen, dass sich damit die Beschwerden in den allermeisten Fällen beheben lassen. Zum Glück sind alle Formen der Erkrankung inzwischen gut behandelbar und die Lebensqualität der Betroffenen steigt nach erfolgreicher Behandlung wieder immens an, da die soziale Isolation ein Ende hat und man wieder normal am Leben teilhaben kann.“

 

Es ist sinnvoll, sich beizeiten Kenntnisse über den eigenen Körper und besonders den Beckenboden anzueignen, bevor Probleme auftreten. Ein Beckenbodentraining hilft bei der Wahrnehmung, Kräftigung und adäquaten Reaktionsbereitschaft der Muskeln des Beckenbodens.

 

Gabriela Teichmann

Schreibe einen Kommentar