Für den Notfall…

Ausgabe07

Ausgabe 8, März – Mai 2013

Manchmal nützt auch die beste Gesundheitsvorsorge nichts. Wie leicht kann man plötzlich in eine Notsituation geraten, durch einen Sturz, ein Missgeschick beim Sport, eine Verletzung im Haushalt oder einen Verkehrsunfall. In einem solchen Notfall, wenn man sich vielleicht nicht mehr klar äußern kann, alle gesundheitsrelevanten Daten beisammen zu haben, kann Leben retten. Der Notfall- oder Nothilfepass kann hier ein hilfreiches Instrument sein. Er passt in jede Brieftasche oder ins Portemonnaie und kann leicht und bequem stets mitgeführt werden.

 

Anders als etwa ein Organspenderausweis oder gar ein Allergiepass ist ein Notfallpass kein Dokument, das tatsächlich medizinisch relevant wäre. Rettungsdienste, Notärzte oder medizinisches Personal suchen nicht gezielt nach einem Notfallausweis. Es gibt ihn auch nicht in nur in einer verbindlichen Form. Einige Krankenkassen bieten auf ihren Seiten jeweils eigene Notfallausweise zum Herunterladen an. Auf der Titelseite von proGesundheit regional befindet sich ein sehr verbreiteter und gut strukturierter Notfallpass zum selbst ausfüllen.

 

Notfallausweis als Gesundheitsvorsorge

 

Viele Menschen wollen in Gesundheitsdingen vernünftigerweise vorsorgen, gerade auch für die unvorhersehbaren Momente. So kursieren immer wieder auch Aufrufe, Notfallnummern im Mobiltelefon zu speichern. Auch wenn das dem eigenen Sicherheitsempfinden gut tut, in der Praxis nützt es eher weniger. „Über Notfallpässe oder auch fest programmierte Telefonnummern („ICE“ für In Case of Emergency) gibt es im Rettungsdienst keine wirklich verwertbaren Erfahrungsberichte. Von der seit Jahren publizierten Rufnummer im Mobiltelefon unter ICE zum Beispiel wissen die meisten Ambulanzangehörigen gar nichts, von den Rettungsdienstkollegen wird berichtet, dass über diese Abkürzung im Mobiltelefon nur sehr selten der Kontakt zu Angehörigen gesucht wird,“ berichtet Uwe Ammoneit vom DRK Celle aus der regionalen Praxis. In der Regel haben die Rettungssanitäter auch anderes zu tun, als ein Handy zu durchsuchen. Und schließlich besitzt nicht jeder Mensch ein Mobiltelefon. „Aber ein solcher Ausweis ist generell eine schöne Idee, denn man schaut im Notfall als Helfer ja nach Anhaltspunkten,“ sagt Christian Riebandt von den Maltesern, die in Celle nicht im unmittelbaren Rettungsdienst eingesetzt sind, sondern unter anderem bei Veranstaltungen als Sanitätsdienst vor Ort sind.

 

„Bewusstlose werden in der Regel nicht nach Notfallausweisen direkt „durchsucht“, bei einer Personalienfeststellung würde möglicherweise nach Ausweis oder Führerschein oder eventuell nach der Krankenversichertenkarte gesucht, um Beispiel in der Geldbörse oder in der Brieftasche. Eine dringende Empfehlung ist deshalb, einen Notfallausweis immer zusammen mit Dokumenten Führerschein, Personalausweis und /oder Krankenversichertenkarte aufzubewahren und ihn nicht lose in der Jacke oder Handtasche mit zu führen“, sagt Ammoneit.

 

Immer aktuell halten

 

Im Notfallausweis sollten neben den eigenen persönlichen Daten und den zu verständigenden Angehörigen auch der behandelnde Arzt aufgeführt sein, ebenso der Nachweis über bekannte Erkrankungen, die Blutgruppe und der Rhesusfaktor, nachgewiesene Allergien und Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden müssen. „Die Daten müssen aber immer auf dem neuesten Stand sein und stetig aktualisiert werden“, mahnt Christian Riebandt. Und Uwe Ammoneit rät: „Ein Notfallausweis sollte dann nach Möglichkeit direkt zusammen mit der Krankenversichertenkarte aufbewahrt werden, so dass bei einer Krankenhausaufnahme der Notfallausweis vorliegt.“ Hier bewahren Allergiker in der Regel auch ihre Allergiepässe auf. Diese Papiere bieten nicht nur dem Rettungspersonal und den behandelnden Ärzten Hinweise, sondern dienen auch den Patienten selbst zur Orientierung, denn wer kann im Notfall tatsächlich sämtliche Unverträglichkeiten, Medikamente oder die eigene Blutgruppe nebst Rhesusfaktur sofort benennen? Hier kann die Selbstauskunft durch ein Überblickspapier wie den Notfallpass gut unterstützt werden.

 

„Ein Notfallpass schein nach meiner Einschätzung vor allem für bestimmte Personengruppen sinnvoll zu sein: ältere Menschen, Pflegebedürftige, Kinder und chronisch Erkrankte“, sagt Uwe Ammoneit. Und wie auch Christian Riebandt betont er, dass ein solcher Ausweis nie eine Untersuchung ersetzt. Geeignete medizinische Maßnahmen werden nach der Untersuchung der Verunfallten oder Verletzten abgeleitet.

 

Rettungsnummer 112

 

Doch auch schon die richtige Meldung bei einem Ernstfall kann lebensrettend wirken. Unter der bundeseinheitlichen Notrufnummer 112 erreicht man die Feuerwehreinsatz- und Rettungsleitstelle (FEL/RLS) des Landkreises Celle. Hier kann man jeden Notfall melden, der den Einsatz von Rettungskräften erfordert, vom Unfall über schwere Wunden, Vergiftungen, Gesundheitsnotfälle, bei technischen Notfall-Hilfen, etwa bei eingeschlossenen Personen, bis zum Brand. Sie ist die zentrale Anlaufstelle im Landkreis Celle für sämtliche Einsätze der Feuerwehren, des Notarztes und der Rettungswagen im öffentlichen Rettungsdienst. Von hier aus werden die Nothelfer alarmiert und koordiniert.

 

Damit das schnell und passend geschehen kann, ist es wichtig, die W-Fragen in der Meldung zu nennen: WO ist WAS passiert, WIEVIELE Betroffene, WELCHE ART von Verletzung. An 365 Tagen im Jahr ist die Nummer 112 rund um die Uhr erreichbar. So und mit dem Notfallpass kann man auch im Ernstfall etwas Vorsorge betreiben.

 

Andrea Hoffmann

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