Zahngesundheit in der Schwangerschaft

dr.s.vonalvendr.m.kageWarum die Prophylaxe für werdende Mütter so wichtig ist

Dr. Saskia von Alven und Dr. Matthias Kage

Dass die Schwangerschaft und Geburt eines Babys die Mutter einen Zahn kostet, galt früher als sprichwörtlich und unumstößlich. Ist das heute immer noch so? Und wie können Schwangere sich davor schützen? proGesundheit sprach mit den Zahnärzten Dr. Saskia von Alven und Dr. Matthias Kage.

 

 

Was ist dran an dem Satz mit dem Zahnverlust in der Schwangerschaft?

Dr. Saskia von Alven: „Tatsächlich kann die hormonelle Ausnahmesituation dazu führen, dass das Zahnfleisch in der Schwangerschaft leichter angreifbar wird. Verändertes Essverhalten wie z.B. Heißhunger auf Süßes und Saures oder die häufig auftretende Übelkeit mit Erbrechen in den ersten Schwangerschaftswochen erhöht die Säure-Belastung für die Zähne. Das Gewebe ist weicher und empfänglicher als sonst für Angriffe z.B. durch aggressive Zuckerstoffe. Oft tritt in der Schwangerschaft auch vermehrtes Zahnfleischbluten auf.

 

Ist Zahnfleischbluten denn gefährlich?

Dr. Saskia von Alven: Auf jeden Fall sollte eine werdende Mutter dem Zahnfleisch ihre Aufmerksamkeit schenken, vermehrtes Zahnfleischbluten könnte bereits ein
Hinweis auf eine besondere Anfälligkeit sein und sollte auf jeden Fall zu mehr Zahnhygiene führen. Doch gerade wenn es blutet, wird das manchmal schmerzhafte Putzen lieber vermieden. Dann allerdings haben bakterielle Plaque an dem von Schwangerschaftshormonen veränderten Zahnfleisch leichtes Spiel. Wird dies nicht behandelt, können Entzündungen des Zahnfleisches und damit des Zahnhalteapparates die unangenehme Folge sein. Dabei sollte man nicht vergessen, dass eine chronische Zahnfleischentzündung auch für die gesunde Entwicklung des Babys eine Gefahr darstellt.“

 

Welche Tipps geben Sie Schwangeren mit auf den Weg, damit dies verhindert wird?

Dr. Matthias Kage: „Hier helfen vor allem konsequente Prophylaxe-Maßnahmen, also möglichst früh in der Schwangerschaft einen Vorsorgetermin in der Zahnarztpraxis vereinbaren und dazu selbst das Putzprogramm an den Ausnahmezustand anpassen. Das bedeutet, die eigene konsequente Zahnpflege sollte in dieser besonderen Zeit noch ergänzt und intensiviert werden.
Besonders die schwer zugänglichen Zahnzwischenräume dürfen beim Putzen nicht vergessen werden, Zahnseide, Mundspülungen und Interdentalbürsten leisten hier gute Dienste. Verwenden Sie lieber eine weiche Zahnbürste für das empfindliche Zahnfleisch.“

Gabriela Teichmann

Schreibe einen Kommentar