Cola und Salzstangen beim Magen-Darminfekt?

Was Eltern zuhause für ihr Kind tun können

Wer kennt das nicht: bei einem Magen – Darminfekt gibt es für Erwachsene und Kinder Cola und Salzstangen. Aber hilft das wirklich?

proGesundheit fragte nach Frau Dr. Cahtherine Hollerbach, Ernährungsmedizinerin im AKH.

Frau Dr. Hollerbach: „Nein, Salzstangen und Cola sind von allem für Kinder nicht das Richtige. Denn was das Kind bei Erbrechen und Durchfall braucht, ist eine ausgewogene Mischung aus Traubenzucker und Salzen. Das können beispielsweise Elektrolytgetränke oder Rehydratationslösungen aus der Apotheke sein. Cola ist bei Durchfall keinesfalls ein geeignetes Getränk für kleine Kinder, jedoch können Salzstangen hilfreich sein.“

proGesundheit: Welche Selbsthilfemassnahmen sind ratsam?

„Zunächst müssen Flüssigkeit und Salze ersetzt werden, die durch Erbrechen und Durchfall verloren gehen, bis die Entzündung abklingt. Essen sollte man nur wenig. Vor allem Nahrung, die aus fettigen oder blähenden Stoffen besteht, macht es nur schlimmer. Auch jede Art von Süßigkeiten ist zu vermeiden. Bei häufigem Erbrechen kann es notwendig sein, die Flüssigkeit in Form von Elektrolytgetränken dem Kind mit einem Kaffeelöffel zu verabreichen und Pausen von ca. 1 Minute einzuhalten. So können meist schwere Austrocknungen verhindert werden. Starker Gewichtsverlust deutet auf Austrocknung hin, ebenso eingesunkene Augen, trockene Schleimhäute oder eine verminderte Urinproduktion. Wenn auch kleine Mengen an Flüssigkeit wegen fortgesetztem Erbrechen nicht im Körper bleiben, kann die Gabe von Medikamenten, die das Erbrechen hemmen, durch den Kinderarzt versucht werden.“

 

proGesundheit: Was ist bei kleinen Kindern zu vermeiden bzw. zu beachten?

„Wichtig für alle gestillten Kinder ist, dass sie auf jeden Fall weiter gestillt werden. Medikamente für Erwachsene sind für Kinder nicht unbedingt geeignet.“

 

proGesundheit: Wann braucht das Kind ärztliche Hilfe?

„Die Behandlung einer Gastroenteritis kann in den meisten Fällen zu Hause durchgeführt werden. Spricht die Erkrankung jedoch nicht auf die Maßnahmen an, ist rechtzeitig der Kinderarzt aufzusuchen. Wenn alle Maßnahmen nicht zum Erfolg führen und das Kind von Dehydrierung (Austrocknung) bedroht ist, kann es notwendig werden, dass das es in einer Kinderklinik aufgenommen wird um eine Infusionsbehandlung (Flüssigkeitsgabe über die Vene) zu bekommen. Bei blutigem Durchfall ist sofort die Notaufnahme der Kinderklinik aufzusuchen, da das Kind ernsthaft erkrankt sein kann und ein Erregernachweis zu führen ist.“

 

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