Gesund am Arbeitsplatz

Ausgabe10Betriebliches Gesundheitsmanagement

Gesund, vital und mit guter Motivation und Zufriedenheit bis ins Rentenalter bei der Arbeit sein ist ein hehres Ziel. Schon seit vielen Jahren versuchen Arbeitgeber, durchaus auch auf politischen und gesellschaftlichen Druck hin, für gesündere Arbeitsbedingungen zu sorgen. Der gesetzlich verankerte Arbeitsschutz ist hier eine wichtige Basis. Doch gesund bei der Arbeit zu sein bedeutet weit mehr als Körperschutz durch die berufsgemäße Kleidung, Schutz vor schädlichen Emissionen, Schadstoffen oder Lärm.

 

Die körperliche Unversehrtheit am Arbeitsplatz muss gewährleistet sein. Doch auch die Gesundheit soll geschützt und erhalten bleiben. Vorbeugend betreiben moderne Arbeitgeber Gesundheitsförderung: Sportangebote, Rückenschule, Raucher-Entwöhnungstrainings oder gesundes Kantinenessen sollen den Beschäftigten zu einer gesünderen Lebensweise verhelfen und den Firmen zu einer gesünderen Belegschaft. Auch Programme zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf tragen zum Wohlsein und zur Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz bei. Vitalität bei der Arbeit zeigt sich eben auch in Motivation, Leistungsfähigkeit und Effizienz der Beschäftigten.

Burnout & Co.

Mittlerweile sind nicht nur Gesundheitsförderung und Arbeitsschutz im Blick, sondern auch der psychischen Gesundheit wird Rechnung getragen. Burnout, Erschöpfungszustände oder Depressionen werden seit geraumer Zeit nicht mehr nur als Randphänomen gesehen. Immerhin machten 2012 psychische Leiden (darunter auch Burnout und Depression) bundesweit über 13 Prozent aller Krankheits-tage aus. Nur Muskel- und Skelettkrankheiten (26,3 Prozent) und Atemwegserkrankungen (14,4 Prozent) verursachten mehr Krankheitstage. Die Arbeit am gesunden Arbeiten zahlt sich für alle Beteiligten aus. Systematisch und langfristig für die Gesunderhaltung am Arbeitsplatz zu sorgen, hat auch unter den Vorzeichen des demografischen Wandels und der längeren Lebensarbeitszeit gute Gründe. Außerdem macht man sich als Arbeitgeber durch Gesundheitsfürsorge und Betriebliches Gesundheitsmanagement attraktiv.

Gesundheitsmanagement

„Betriebliches Gesundheitsmanagement“ ( BGM ) heißt die umfassende Personal- und Organisationsentwicklungsmethode, die nachhaltig für gesunderhaltende Arbeits-bedingungen sorgen und die Energie und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten schützen und unterstützen soll. Sie setzt auf mehreren Ebenen an und schaut auf das ganze Unternehmen durch die Brille „Gesundheit“. Neben der Verhaltensprävention der Gesundheitsfürsorge (die das Verhalten der einzelnen Personen ändern soll) schließt BGM auch die Verhältnisprävention mit ein und zielt darauf ab, Arbeitsverhältnisse zu optimieren, Belastungen zu minimieren und die Ressourcen der einzelnen Beschäftigten sowie der Teams zu stärken.

„Letztlich bedeutet Betriebliches Gesundheitsmanagement eine Veränderung der Kommunikationsstrukturen im Unternehmen und ist ein wichtiges Tool der Organisationsentwicklung“, betont Ute Held, die das Projekt gesa – gesund arbeiten beim Bezirksverband Hannover leitet. Neben Mitarbeiterschulungen hat das Projekt auch sehr stark die Fortbildung der Führungskräfte im Programm. In der Stadt Celle besteht ein eigenes „Referat für Personalentwicklung, Gesundheitsmanagement und Arbeitsschutz“. Und in dem neuen „Celler Netzwerk für gesunde Arbeit“ kommen Arbeitgeber, Dienstleister und Experten für gesundes Arbeiten lokal zusammen. In Peine hat sich die Wirtschafts- und Tourismusfördergesellschaft WiTo des Landkreises des Themas angenommen. Auch in der Privatwirtschaft ist Betriebliches Gesundheitsmanagement kein Fremdwort mehr, wenngleich die nachhaltigen und auf Veränderung abzielenden Aktivitäten nicht immer ganz leichtfüßig umgesetzt werden können.

Klarer Mehrwert

Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz und Betriebliches Gesundheitsmanagement tragen tatsächlich langfristig dazu bei, gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen herzustellen und die Gesundheit der Beschäftigten zu erhalten. Auch wirtschaftlich lässt sich ein „return on investment“ darstellen: Für jeden in Maßnahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements gesteckten Euro kommen nach betriebs- und volkswirtschaftlichen Berechnungen zwischen drei bis 16 Euro zurück.

  • Andrea Hoffmann

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