Gesunde Kinderzähne brauchen keinen Bohrer

dr-saskia-und-dr-matthiasImmer wieder warnen die Medien vor den Gefahren, doch die Zähne von Kindern bleiben allzu oft sich selbst überlassen. Unzureichende Zahnpflege in Kombination mit dem Konsum von Süßigkeiten und zuckerhaltigen Getränken führt jedoch schnell zu irreversiblen Schäden, die leider nicht nur das Milchgebiss sondern auch der gesamten Gebissentwicklung schaden.

 Zahnarztehepaar Dr. Saskia von Alven und Dr. Matthias Kage sind selber Eltern und

 

 

 

haben unter anderem die Kinderzahnheilkunde zu einem ihrer Behandlungsschwerpunkte gemacht.

 

proGesundheit: Wie sollten Kinderzähne in den ersten Jahren gepflegt werden?


Dr. Saskia von Alven: „Die Zahnpflege von Kinderzähnen sollte ab dem ersten Zahn beginnen. Anfangs können die Eltern mit einer Zahnbürste mit extra kleinem Kopf und einer Kinderzahnpasta die Zähne putzen oder einfach vorsichtig das Zahnfleisch des Babys massieren. Wem die Zahnbürste zu groß erscheint, kann auch eine spezielle Fingerhut-Zahnbürste benutzen. Wir bieten den Kindern ein Kinderprophylaxeprogramm an. Uns ist es wichtig, dass auch schon die Kleinkinder optimal an die Mundhygiene und die regelmäßigen Vorsorgebesuche beim Zahnarzt herangeführt werden. Wir klären die Eltern darüber auf, welche Mundhygieneartikel und welche Zahnpflege die optimale für die Entwicklungsstufe ihres Kindes ist. Jede Altersstufe benötigt eine individuelle Zahnpflege. Übrigens übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen zweimal im Jahr die Kosten für die Kinderprophylaxe bis zum 18. Lebensjahr.“


proGesundheit: Wie putzt man Kinderzähne richtig?


Dr. Matthias Kage: „Die Pflege des Zahnfleisches, des Zahnfleischrandes sowie der Zahnzwischenräume kann im Kindesalter motorisch oft noch nicht umgesetzt werden. Deshalb müssen Eltern es immer wieder zeigen und gemeinsam mit den Kindern bis zum Schulalter durchführen. Das Kind sollte mindestens zweimal täglich mit einer altersgerechten Zahnbürste selber putzen. Die Handzahnbürste ist immer die Zahnbürste der ersten Wahl. Eine elektrische Kinderzahnbürste sollte immer nur unterstützend zur Handzahnbürste genommen werden und frühestens ab dem vierten bis fünften Lebensjahr, damit die Kinder die unterschiedlichen Putzmethoden lernen. Die kleinen Kinder putzen zunächst in kreisenden Bewegungen bei geschlossener Zahnreihe. Ältere Kinder putzen nach der sogenannten KAI-Methode (Kauflächen – Außenflächen – Innenflächen).“


proGesundheit: Wann sollte ein Kind das erste Mal zum Zahnarzt gehen?


Dr. Saskia von Alven: „Wir empfehlen den Eltern, ihre Kinder schon ab zweieinhalb Jahren mit zur Untersuchung zu bringen. Das erste Mal werden spielerisch alle Zähne einmal durchgezählt und nachgesehen. Außerdem führen wir eine spezielle Fluorid-anamnese mit den Eltern durch und bereiten die Eltern auf eine optimale Zahnpflege für die Kinder zu Hause vor. Wir sprechen über Ess- und Trinkgewohnheiten der Kinder und versuchen, durch eine umfangreiche Ernährungsaufklärung der Eltern, den Kindern eine zahngesunde

Ernährung zu ermöglichen.“


proGesundheit: Was versteht man unter der Versiegelung von Kinderzähnen?


Dr. Saskia von Alven: „Die Versiegelung der Kauflächen mit einem dünnfließendem Kunststoff ist eine gute Vorsorge gegen Fissurenkaries. Sie schließt Fissuren, also die Vertiefungen der Oberfläche, in denen sonst Nahrungsreste zurückbleiben können und dort Schaden anrichten. Die Fissurenversiegelung wird an den beiden hinteren Molaren (dicken Backenzähnen) von den Krankenkassen für Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren übernommen.“

www.diezahn-aerzte.de

  • Gabriela Teichmann

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