Psychotherapie für Kinder und Jugendliche

Psychische Krankheiten sind etwas Alltägliches und kommt in jeder Altersgruppe vor. Mit diesem Artikel möchte ich allen denen Mut machen, sich bei Krisen mit vertrauten Menschen auszutauschen, sich an den Kinderarzt oder an eine Psychotherapeut/in zu wenden.

Zögern sie nicht sich professionelle Hilfe zu holen. Psychische Krankheiten von Kindern und Jugendlichen sind genauso gut zu behandeln wie körperliche Erkrankungen. Kinder und Jugendliche geraten schneller aus dem Gleichgewicht als Erwachsene. Ständige Konflikte, chronische Krankheiten, Gewalt, Trennung oder Verlust von Mutter oder Vater sind erhebliche Belastungen.

Wann können Psychotherapeuten helfen?

Für die Eltern ist es manchmal schwierig, entwicklungsbedingte Krisen und individuelle Eigenheiten von psychischen Störungen zu unterscheiden. Gerade im Kindes- und Jugendalter verändert sich der Mensch sehr stark, körperlich wie seelisch. Krisen und Konflikte können jedoch Kinder und Jugendliche überfordern. Dann verändert sich oft das Verhalten, z.B. aus Ängstlichkeit und Wut kann eine seelische Erkrankung entstehen.

Psychotherapeuten können seelische Überbelastungen und die damit verbundenen Störungen und deren Behandlungsbedürftigkeit beurteilen und behandeln.


Was ist Kinder – und Jugendlichenpsychotherapie?

Eine Psychotherapie ist notwendig, wenn Kinder und Jugendliche unter psychischen Beschwerden

leiden, die sich in psychischen und körperlichen Symptomen äußern. Wenn die zwischenmenschlichen Konflikte zunehmen und das Verhalten auffällig wird. Beschwerden können schon im frühen Alter auftreten wie z.B. Schlafstörungen, Essstörungen oder Trennungsängste.


Psychotherapie

→kann psychische Krankheiten verringern oder heilen

→ist eine wissenschaftliche überprüfte Behandlungsmethode

→ Folgende Verfahren werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen:

• die analytische Psychotherapie

• die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

• die Verhaltenstherapie


Seit 2012 zahlen die gesetzlichen Krankenkassen auch die neuropsychologische Therapie, wenn die PsychotherapeutIn eine spezielle Zusatzqualifikation hat. Dies betrifft die Kinder-und Jugendlichen die an einer Erkrankung des Nervensystems leiden oder durch einen

Unfall innere Kopfverletzungen erhalten haben (Schädel-Hirn-Trauma).

In der Stadt und im Landkreis Celle gibt es zur Zeit drei zugelassene psychologische Psychotherapeuten mit dieser speziellen Zulassung. Eine Psychotherapie sollte nur von approbierten Psychotherapeuten durchgeführt werden. Dabei kann es sich um einen Psychologischen oder um einen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten handeln.


In einer Psychotherapie

→werden für die Behandlung eine therapeutisch gestaltete Beziehung, professionell strukturierte Gespräche und andere Möglichkeiten sich auszudrücken, genutzt.

→Die Einbeziehung der Bezugspersonen ist wichtig und notwendig.

Die Psychotherapie wird als ein geplanter und kontrollierter Behandlungsprozess definiert, der sich in der Theorie auf normales und krankhaftes Verhalten bezieht.


Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten behandeln Patienten, die nicht älter als 20 Jahre sind. Sie haben zunächst ein Pädagogik- oder Sozialpädagogikstudium absolviert und zusätzlich eine 3- 5 jährige staatlich geregelte psychotherapeutische Ausbildung für Kinder- und Jugendliche, mit Approbation, abgeschlossen.


Psychologische Psychotherapeuten

Psychologische Psychotherapeuten haben erst ein Psychologiestudium abgeschlossen und zusätzlich eine drei – bis fünfjährige staatlich geregelte psychotherapeutische Ausbildung, um dann die Approbation als Psychotherapeut zu erhalten.

Für Kinder- und Jugendliche müssen sie eine zusätzliche staatlich anerkannte Qualifikation erwerben. Psychotherapeuten arbeiten in Praxen, Beratungsstellen oder Kliniken.


Eine Informationsbroschüre gibt es von der BundesPsychotherapeutenkammer:

www.bptk.de/publikationen/bptk-infomaterial.html

  • F. von Starck, Psychotherapeutin

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