Bauchgefühl

Ein starker Darm ist die beste Immunabwehr

mehr als 300.000 Menschen in Deutschland leiden unter chronisch-entzünd­lichen Darmerkrankungen. Wiederkehrende Durchfälle, Bauchschmerzen und Gewichtsverlust – mit diesen Symptomen machen sich zum Beispiel Colitis Ulcerosa oder Morbus Krohn bemerkbar.

 

Gründe dafür liegen in einer geschwächten Darmbarriere, wie eine neue Studie nun zeigt. Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) konnten zusammen mit einem belgischen Forscherteam der Universität Gent erstmals nachweisen, dass ein Enzym mit dem Namen RIPK1 eine Schlüsselrolle für eine gut funktionierende Darmbarriere spielt. Eine Schicht aus Epithelzellen verhindert die Invasion feindlicher Bakterien in die Darmflora. Diese Erkenntnis ist ein wichtiger Schritt zur Heilung von Darmerkrankungen, bisher konnte man nur die Symptome behandeln und lindern.


Früherkennung von Darmkrebs als Chance nutzen

Darmkrebs ist zu 100 Prozent heilbar, wenn er frühzeitig erkannt wird, denn er entwickelt sich langsam. Etwa 5 bis 10 Jahre dauert es, bis ein bösartiger Tumor entsteht. Über 90 % der Darmkrebserkrankungen entwickeln sich auf dem Boden einer Vorstufe (Adenom), das bei einer Darmspiegelung sehr gut rechtzeitig erkannt und entfernt werden kann.


Da ab dem 50. Lebensjahr das Risiko für Darmkrebs ansteigt, bieten die Gesetzlichen Krankenkassen zur Darmkrebsfrüherkennung ab diesem Alter Vorsorgeuntersuchungen an.


Vorsorgeuntersuchungen:

– Vom 50. bis zum 55. Lebensjahr jährlich eine Stuhluntersuchung auf verborgenes Blut und eine

  Tastuntersuchung des Enddarms.

– Ab dem 55. Lebensjahr besteht ein Wahlrecht zwischen einer insgesamt zweimaligen Darmspiegelung (Koloskopie)

  im Abstand von 10 Jahren oder einer Stuhluntersuchung auf verborgenes Blut alle 2 Jahre.


  • Gabriela Teichmann

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