Demenz-WG „Mittendrin“

Demenz WGEine Alternative zur Heimaufnahme

Der Schritt, den Lebenspartner oder einen Elternteil in eine andere Obhut, eine andere Umgebung abgeben zu müssen, ist immer schwer. Aber es gibt Situationen, in denen die Grenzen der Betreuung zu Hause erreicht sind, eine stationäre Versorgung in einem Heim nicht gewünscht und eine Tagesbetreuung vielleicht nicht ausreichend oder praktikabel ist.

Dann könnte eine ambulant betreute und selbstbestimmte Wohngemeinschaft (WG), wie es sie in Eschede seit 2014 gibt, genau das Richtige sein. Die erste WG für demenziell Erkrankte im Landkreis Celle heißt „Mittendrin“ und liegt in der Albert-König-Straße 3.

Die Mieter der WG, die Platz für bis zu elf demenziell Erkrankte bietet, werden von Johanniter- Fachkräften pflegerisch betreut und begleitet und das rund um die Uhr. Das Gebäude, in dem ehemals der Malerbetrieb der Familie Kage war, verfügt nach einer umfangreichen und liebevollen Sanierung über barrierearme und helle Gemeinschaftsräume mit Rückzugsmöglichkeiten sowie einen neu angelegten Außenbereich mit einer Terrasse.

Idee der WG ist, dass die Bewohner in einer kleinen familiären Gemeinschaft ihr Leben soweit wie möglich selbst gestalten können und auch die Angehörigen sich in den Alltag der WG einbringen können, wenn das gewünscht ist. Henning Hamann, Johanniter- Dienststellenleiter, freut sich darüber, welche Akzeptanz diese verhältnismäßig neue Wohnform für Demente in Eschede erfährt: „Die WG ist bereits das ganze Jahr 2016 voll belegt“.

Jeder Mieter hat ein Zimmer für sich, das er nach eigenem Geschmack mit mitgebrachten Möbeln einrichten kann. Die Räumlichkeiten werden von der Familie Kage in Einzelmietverträgen an die Bewohner vermietet. Bei der Gestaltung des WG-Alltags wird die Meinung jedes Mieters gefragt. So wird beispielsweise in der Gruppe entschieden, wer in die Demenz-WG einziehen darf oder welche Mahlzeiten die Mieter gemeinsam einnehmen. Je nach Interesse und Möglichkeiten kann sich jeder Mieter bei den Aufgaben im Haushalt einbringen.

Die Bewohner werden von einem festen Team aus Betreuungs- und Pflegekräften der Johanniter im Alltagsleben unterstützt. Die professionellen Kräfte sind für die Organisation des Haushalts und des Gruppenlebens verantwortlich. Sie koordinieren die Tages- und Nachtstruktur, sorgen für Therapie- und Freizeitangebote und übernehmen, soweit erforderlich, die körperliche Pflege. Wer mag, kann sich beim Kochen, Waschen oder Tischdecken miteinbringen. Damit soll sichergestellt werden, dass vorhandene Fähigkeiten erhalten bleiben oder wieder eingeübt werden. „Das Zusammenleben der Senioren funktioniert hervorragend“, freut sich Henning Hamann, „viele Ressourcen der Bewohner konnten in der WG wieder aktiviert werden“.

Die Demenz-WG eignet sich auch für einen Aufenthalt im Rahmen der sogenannten Verhinderungspflege, in diesem befristen Zeitraum kann auch erprobt werden, ob der Bewohner dauerhaft in die WG einziehen möchte.

Für weitere Informationen wenden sich Interessenten an die Pflegedienstleitung der Johanniter: Kontakt: Tanja Schulz,Telefonnummer: 0 51 41. 2 78 92 01, E-Mail: tanja.schulz@johanniter.de

Quelle: Die Johanniter