Immer mehr Menschen brauchen ein künstliches Hüftgelenk

Hüftgelenk

Prof. Dr. Eckart Mayr, (c) AKH GRUPPE

Mehr als 150.000 Menschen brauchen in Deutschland jedes Jahr ein neues Hüftgelenk. Steigende Lebenserwartung und veränderte Lebensverhältnisse – besonders in den Industrienationen – führen zu kontinuierlich steigenden Implantationszahlen.

Grund für die Notwendigkeit einer Gelenkersatzoperation (Endoprothese) sind unter anderem Abnutzungen der schützenden Knorpelschicht auf der Gelenkoberfläche, eine so genannte Arthrose: Eine starke Abnutzung der Knorpelschicht, die nach einem schleichenden Prozess letztendlich zum Knochen- Knochen Kontakt zwischen Hüftpfanne und Schenkelhalskopf führt und dadurch starke Schmerzen verursacht.

Hüftgelenk

(c) AKH GRUPPE

Die Schmerzen treten zuerst bei Belastung, dann schließlich auch im Ruhezustand auf und führen zu deutlichen Einschränkungen der Lebensqualität der Betroffenen. „Typisch für den Krankheitsverlauf ist unter anderem das Auftreten des so genannten Anlaufschmerz“ erklärt Prof. Dr. Eckart Mayr, Chefarzt der Klinik für Orthopädie am AKH Celle. „Direkt nach dem Aufstehen und nach längerem Sitzen sind die ersten Schritte besonders schmerzhaft. Dadurch kommt es zu einer Schonhaltung und Einschränkung der Bewegungen, was wiederum den Krankheitsverlauf beschleunigt: Die Muskulatur wird geschwächt und der Knorpel mit weniger Nährstoffen versorgt.“

Ab einem gewissen Stadium kann die Lebensqualität des Betroffenen nur durch eine Gelenkersatzoperation wiederhergestellt werden. Der künstliche Hüftgelenkersatz ist einer der häufigsten und erfolgreichsten orthopädischen Eingriffe überhaupt mit guten Langzeiterfahrungen. Mittlerweile wird er auch bei immer mehr jüngeren Patienten verwendet. Durch minimalinvasive Techniken können Schmerzen und Nachbehandlungszeit deutlich reduziert werden: „Ich verwende einen so genannten vorderen Zugang zur Hüfte bei der Operation,“ erklärt Prof. Mayr. „Durch dieses chirurgische Portal ist es möglich die umgebende Hüftmuskulatur beiseite zu halten, anstatt sie wie früher zu durchtrennen, um die Prothese zu implantieren.

Das hat für die Patienten den großen Vorteil, dass durch die geschonte Muskulatur die postoperativen Schmerzen deutlich geringer geworden sind und auch die Rehabilitation wesentlich zügiger und umfangreicher erfolgen kann. Der vordere Zugang stellt damit ein äußerst erfolgreiches Verfahren dar, welches bei jedem Patienten angewendet werden kann.“

Bild & Text: AKH GRUPPE

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